Unser Radfitting 2012 im Radlabor

Für unsere neuen Räder wollten wir im Hinblick auf die Wettkämpfe dieses Jahr und weil wir sehr viel Wert auf die Gesundheit unseres Körpers legen unbedingt ein professionelles Radfitting im Radlabor machen lassen. Wir haben uns sehr gefreut, als es vor Ostern noch zu unserem gewünschten Termin geklappt hat: Normalerweise läuft das Ganze so ab: Man bespricht kurz telefonisch oder per Email seinen Wunsch, was man im Radlabor machen möchte bzw. über das gewünschte Ziel. Dann wird ein Onlinekonto erstellt, in das man seine persönlichen Daten eingeben kann. Das passiert in der Regel im Vorfeld, damit bei größeren gesundheitlichen Problemen ein medizinischer Rat seitens des Radlabors hinzugezogen werden kann. Wir haben das Einführungsgespräch vor Ort gemacht und gemeinsam unsere Daten über unseren Körper (Daten, medizinische Vorgeschichte und Probleme) eingegeben und analysiert. Aufgrund unserer umgebauten Rennräder mit Aero-Lenker-Aufsatz haben wir uns für die Sitzposition Aero Pro entschieden. Weitere Sitzpositionen und Angebote des Radlabors findet ihr hier.    Und schon ging es los mit dem Bodyscanning:  Es wurden mit dem Laser an 12 Punkten unsere Körper genau vermessen. Das war wirklich mehr als spannend.     Man erfährt dort zum Beispiel um wie viel ein Bein länger ist als das andere 🙂 Das erfährt man allerdings nicht beim Basic Scan (dort wird nur eine Körperhälfte vermessen) sondern ab dem Medium Scan (Es werden beide Körperhälften vermessen). Von daher sollte man sich nur für die Basic Variante entscheiden, wenn man sich sicher ist, keine Beschwerden oder derartige Differenzen zu haben. Beim Medium Scan wird alles wichtige gemessen: Innere und äußere Beinlänge, Knochenpunkte, Schulterbreite....Die dadurch gewonnenen Geometrie-Daten gelten später auch für andere Räder und sind übertragbar. Jetzt wurde mit dem Laser die IST-Position des Rades vermessen. Im Anschluss werden die beiden Werte per Computer-Analyse "übereinander gelegt" und die optimale Position und alle relevanten Veränderungen errechnet. Dabei wird im Bezug auf die Sitzhöhe und die Sattelposition kein großer Unterschied zwischen Rennrad und TT-Rad gemacht, da die beiden Werte für die Kraftübertragung relevant sind. Was variiert, ist die Sitzlänge und die Lenkerhöhe im Bezug auf komfortables, sportliches oder wettkampforientiertes Fahren und kann dementsprechend aggressiver eingestellt werden (ist allerdings auch eine Frage des Rückens!) Die Computeranalyse errechnet einige Werte in einem gewissen Spielraumbereich den die Mitarbeiter des Radlabors jetzt perfektionieren, indem Sie sich den Athleten jetzt direkt auf dem Rad ansehen und immer wieder die Änderungen am Rad vornehmen. Einige Winkel sind sehr wichtig. Zum Beispiel soll der Winkel zwischen Ober- und Unterarm auf den Armauflagen zwischen 90 und 100% liegen um die Nackenmuskulatur nicht zusätzlich zu beanspruchen. Biomechanisch ideal zur Kraftübertragung ist der Winkel zwischen Fußgelenk (Kurbel in 90°, Fuß parallel -> Winkel am Knieknorpel zwischen Hüftknorpel und Fußgelenk soll zwischen 110 und 115° betragen). Es wurde also geschraubt und verbessert, gemessen und nachjustiert bis man endlich zu einer perfekten Radposition gefunden hat. Dafür haben sich die Kollegen des Radlabors wirklich sehr lange Zeit genommen und Geduld bewiesen. Zusammenfassend haben wir einiges über unseren Körper gelernt und warum wir vielleicht die ein oder andere Beschwerde beim Radfahren bisher hatten. Man glaubt gar nicht, was es ausmacht wenn der Sattel endlich die richtige Höhe hat oder der Lenkervorbau endlich die optimale Größe hat. Wir haben uns aufgrund der Berechnungen danach einen kürzeren Lenkervorbau für das eine Rad gekauft und dadurch habe ich keine Nackenverspannungen mehr. Das Radfahren macht jetzt doppelt so viel Spaß wenn man mit dem sicheren Gewissen fährt, dass alles auf den Körper optimiert eingestellt ist. Und die Kraft kann effizient ausgenützt werden. Wir würden eine derartige Analyse jedem empfehlen. Viele Athleten geben Unsummen für Räder, Zubehör und Kleidung aus und vergessen dabei ,dass eine perfekt abgestimmte Geometrie zwischen Rad und Fahrer das Allerwichtigste ist. Also sei kein Esel und mach es wie wir und alle Profis: Gönn´dir einen Besuch im Radlabor mit deinem Drahtesel!  

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