Long Distance Training Camp, Lanzarote

Geschrieben durch Teresa.

Ein Auszug aus Teresas Tagebuch während dem Long Distance Training Camp, durchgeführt im Club LaSanta mit Phil Price, Ain-Alar Juhansson, "Gute Seele" Rose,... Ziel des Camps ist Basis und Grundlagenausdauer zu legen für die Langdistanz in Juli! Tag 5 unseres Trainingscamps sollte für mich eine unvergessliche Einheit werden! Der Long Bike Ride war geplant und es bot sich an fast die ganze IM Strecke abzufahren. Das Wetter war leider ziemlich ungemütlich mit viel Wind und so wurde die recht große Gruppe gleich bei Famara, ca.10km nach dem Start, aufgeteilt. Es war dann wohl doch der etwas zu schnelle Teil der Gruppe in dem ich landete. Durch die starken Windböen und das Grundtempo war ich was Trinken und Essen betrifft in den ersten 2 Stunden sehr eingeschränkt. Bis zu den Windmühlen war das zunächst nicht weiter auffallend, aber die zwei längeren Anstiege bis Mirador haben bei mir dann doch recht zugesetzt! Gott sei Dank hatte ich einen lieben Mitfahrer mit gelber Jacke und Überschuhe, dessen Namen ich vor lauter Anstrengung  wieder vergessen hatte, der mir mit gutem Zuspruch und Tipps half die Berge zu besiegen. Schließlich war ja die 2. Versorgungsstelle (Tankstelle), an der wir dann auch wirklich  halten und pausierten, nicht mehr weit! (An der ersten sind wir nämlich zu meinem Entsetzen vorbeigezogen!) Während der Pause war ich dann damit beschäftigt sowohl Sattelhöhe als auch Reifendruck nochmal nachzubessern (was mir wohl vorher einiges an Energie gekostet hatte!) Gerade war das Sandwich runtergedrückt, schon ging es auch wieder los. Etwa 20min später war mir klar, dass die Windjacke, für die vorherige Abfahrt dringend nötig, mir jetzt die letzten Reserven raubte! Soviel konnte ich gar nicht mehr trinken- zumal mir nach dem Verlust einer Trinkflasche während der Fahrt auch der Mut dazu fehlte! Irgendwann war dann der Hungerast soweit fortgeschritten, dass ich nicht mehr an der Gruppe dranbleiben konnte und mein Kampfwille gebrochen war. Die letzten paar Kilometer vor Pause 2 wurde ich dann von unserem Coach Ain-Alar Juhanson eskortiert. Solch einen Schwächezustand hab ich bisher noch nie erlebt und so war es kein Wunder, dass ich noch nicht mal die Kraft hatte aus den Pedalen zu kommen. Begleitet von einem Raunen in der Gruppe segelte ich auf den Boden. Spätestens jetzt war allen klar: „OK, Teresa needs help!“ Die ein, zwei Tränen waren schnell wieder getrocknet, nachdem ich mit Snickers, Cola, Banane, Sandwich und Gels versorgt wurde!! Der gut gemeinte Spruch „mach dir keine Sorgen, irgendwer ist immer der Langsamste in der Gruppe“ half in dem Moment nur begrenzt. Ich hatte ja noch die Firemountains vor mir!! Natürlich wusste ich noch nicht, dass dort in Timanfaya die linke Hand von Ain mich locker über die „Hügel“ (wie er sie nannte) schieben würde, untermalt von diversen emotionalen Ausbrüchen meinerseits. Sobald dann endlich am Horizont die weißen Häuser des Clubs zu sehen waren- ein Juchzen der Erleichterung- habe ich es noch geschafft die Kraft aufzubringen mich nach Hause zu radeln. Dort wartete die gute Fee Petra bereits mit sämtlichen Nahrungsmitteln und Drinks!! DANKE! Wie erstaunlich es doch war, dass die eine Stunde später folgende Schwimmsession mich quasi wiederbelebte! Mein Fazit des Tages: Viel und rechtzeitig Trinken und Essen auf dem Rad ist absolut notwendig! Vielleicht konnte ich erst unter diesen harten Bedingungen erfahren, wie sich ein Fehler auf diese lange Strecke auswirkt! Mein Respekt vor der Langdistanz ist riesig! Mein Wille und Kämpferherz gestärkt und die eigenen Grenzen neu versetzt!   Das gesamte Trainingslager ist ein Riesenerfolg gewesen, und Teresa hat wieder einen Riesen-Schritt gemacht um Roth im Sommer gesund und mit Spaß zu meistern!