Übertraining

Leistungssteigerung im Ausdauersport erreichst du nur durch Training. Charakteristisch ist der Wechsel zwischen Belastung und Erholung. Beide Komponenten sind gleich wichtig. Nur mit der richtigen Dosierung von Belastungsphasen und Regeneration passt sich dein Körper an. Das Herzkreislaufsystem lernt Schritt für Schritt mit der höheren Belastung umzugehen. Muskulutar und Gewebe verändern sich. Dafür ist Geduld dein wichtigster Trainingspartner. Übertraining, auch mal Übertrainingssyndrom genannt, äußert sich nicht nur in einer Leistungsreduktion des betroffenen Sportlers, sondern auch begleitende Symptome wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, erhöhter Ruhe- und Belastungspuls, vermehrte Infekt- und/oder Verletzungsanfälligkeit sowie Beschwerden an Muskeln und Sehnen aber auch Depressionen sind typisch. Man spricht von eines sympathikoides (temporäres) und parasympathikoides ( chronisches) Übertrainingssyndrom : Sympathikus ist für die Aufrechterhaltung der körperlichen Aktivität zuständig, d.h. er pumpt bei einer anfallenden Belastung mehr Blut ins Gewebe, schränkt dafür die Verdauungsfunktion ein, da von hier das Blut für die Belastung genommen wird, und lässt den Puls ansteigen. Der Parasympathikus ist für die Erholung zuständig d.h. er befördert nach der Belastung das im Gewebe überschüssige Blut wieder zurück zu den Verdauungsorganen und lässt den Puls sinken. Friel schreibt, dass man maßvoll trainieren soll. Seinem Körper die Überbelastungen, an denen er wächst, sinnvoll dosiert verabreichen soll. Und dass man aufhören soll, wenn es nicht mehr geht - Stay healthy - das oberste Gebot. Man soll sich Pausen gönnen. Und abbrechen dann, wenn es keinen Sinn hat.
Denkt der Trainierende nun, dass er sich mehr anstrengen müsse, mehr und öfter trainieren müsse, weil der Trainingsreiz für Fortschritte zu gering ist, so stürzt er sich erst recht ins Unglück.
Durch die höhere Intensität und die geringeren Regenerationspausen hat der Körper nicht einmal mehr die Möglichkeit, sich auf gleichem Level zu halten und es kommt zum Leistungsabfall. Und der Teufelskreis fangt an zu kreiseln. Medizinisch ist im Übertrainierten Zustand ein Abfall des LH (= luteinisierendes Hormon) festgestellt worden, welches beim Mann zu einer verminderten Testosteronproduktion und somit einem Absinken des Testosteronspiegels führt und bei der Frau von einem gestörten Zyklus bis hin zur Amenorrhoe (= Fehlen oder Ausbleiben der Menstruation).
Häufig sind zusätzliche, bei der Trainings- und Wettkampfplanung unberücksichtigte, Stressfaktoren von wesentlicher Bedeutung.
Hierzu gehören Prüfungssituationen, Beziehungsprobleme, ständige Engpässe im täglichen Zeitmanagement, zu schnelle Wiederaufnahme des gewohnten Trainings nach Infekten oder auch ungenügende Regeneration in der Woche nach Trainingslagern mit hohen Belastungsumfängen,
Kurz: Übertraining entsteht durch zu intensive oder zu lange Trainingseinheiten und wenn zusätzlich die Regenerationszeiten vernachlässigt werden. Therapie bei ein Übertraining kann sein eine Trainingspause einzulegen, bis alle Symptomen verschwunden sind und der Ruhepuls wieder ein normales Niveau erreicht hat. Dieser Auszeit kann auch über einen längeren Zeitraum gehen, unterstützt mit Regenerationsmaßnahmen wie Massagen, Sauna, Wellness. Hilfreich auch ist das vermeiden von Stress im Alltag.
Wie kann ich mich schützen und ein Übertraining vermeiden?
Übertraining kann mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen, Stress in anderen Lebensbereichen kann eine große Rolle spielen, ein stressiger Tag kann sogar mehr Energie rauben, als eine intensive Trainingseinheit.  Nehmen Sie ab und zu eine Auszeit oder gehen Sie eine runde spazieren im Grünen.
Auch sollte man allerdings die gesunde und sportlergerechte Ernährung nicht vernachlässigt werden, da diese den ein- oder anderen Energieverlust oftmals unterbinden kann.
Nicht selten endet ein Übertraining in ein Burn-Out.
Lesen Sie hier über den Ermüdungsbruch....

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