Wissenschaftliche Expertise zur dynamischen Sitzposition

Wissenschaftliche Studie zur dynamischen Sitzpositionsanalyse  Im Rahmen einer groß angelegten Studie untersuchten die Wissenschaftler nun Auswirkungen von Veränderungen der Sitzposition an einer Gruppe von Profis und sehr guten Amateursportlern aus dem Straßenrad-, Mountainbike-, und Triathlonsport. Dabei wurden ausgehend von einer Standardposition schrittweise die Sitzhöhe, als Abstand des Tretlagers von der Sattelmitte und die Sattelposition, als horizontale Entfernung der Sattelmitte vom Tretlager variiert. Insgesamt wurde 12 verschiedene Positionen untersucht. Anhand der mit einer High-Speed Kamera erfassten Winkelverläufe in Sprung-, Knie-, und Hüftgelenk können die Wissenschaftler ermitteln, wie die verschieden Sitzpositionen die Gelenkstellungen verändern. Die Gelenkmomente, als Summe aller Kräfte der das Gelenk umspannenden Muskulatur unter Einbezug ihrer Hebel, geben Aufschluss darüber, welche Belastungen in der jeweiligen Position auf ein Gelenk wirken. Wie effektiv die Kraft genutzt wird, die der Fahrer in den verschiedenen Sitzpositionen erzeugt, zeigt die Analyse die Pedalkräfte. Diese werden stets auf eine Kurbelumdrehung bezogen und zeigen, welche Kräfte in der Schubphase, der Druck-, Zug-, und Hubphase umgesetzt werden. Die Muskelaktivität wird mittels der sog. Elektromyografie abgeleitet und lässt Rückschlusse zu, wann welcher Muskel im Kurbelverlauf aktiviert wird. Die im Rahmen dieser Studie im Radlabor erhobenen Daten umfassen bieten eine Vielzahl von Analyse- und Anwendungsmöglichkeiten. Wird der Sattel z.B. höher gestellt führt dies dazu, dass der Sportler zwar besser am Pedal ziehen kann, allerdings vergrößern sich mit steigender Sattelhöhe auch die Gelenkwinkel im Sprung-, Knie-, und Hüftgelenk. Insgesamt ist das Bein damit stark gestreckt, wodurch weniger Kraft in den Phasen, in denen das Pedal nach unten gedrückt und nach hinten gezogen wird, erzeugt werden kann. Das typische Bewegungsbild bei einer zu hohen Sattelhöhe zeigt eine starke Streckhaltung des Sprunggelenks, den sogenannte Spitzfuß, sowie eine seitliche Beckenkippung. Eine zu geringe Sattelhöhe hingegen hat zur Folge, dass die Beinhaltung stark gebeugt ist und die Gelenkwinkel entsprechend kleiner sind. In einer solchen Position verpufft ein Großteil der erzeugten Kraft in der Verformung der Kurbel und bleibt ungenutzt, was nicht nur unökomisch ist, sondern auch zur schnelleren Ermüdung des Fahrers beiträgt und das Kniegelenk belastet. Lesen Sie hier weiter... Weitere Informationen unter: www.radlabor.de mit freundlicher Genehmigung vom Radlabor München.

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