Ein kleiner Biss, grosse Folge!

Ein kleiner Biss, grosse Folge! Wer regelmäßig die Laufschuhe anzieht, wird sicher schon mal eine Begegnung mit einen Hund erlebt haben, dabei läuft es meistens glimpflich ab. Was aber, wenn es NICHT glimpflich abläuft, und der Hund zugebissen hat? So wie es schätzungsweise deutschlandweit zu 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen im Jahr kommt. Was ist dann eigentlich zu tun? Da ich gerade dieses Erlebnis machen durfte, war mir vorher nie bewusst wie ich mich richtig verhalten muss, und deshalb dieser Artikel: Ein Hundebiss ist eine primär infizierte Wunde, und ist in Bezug auf Infektionen weniger gefährlich als Bisse von Katzen oder, jawohl, Menschen. Muss ich dennoch zum Arzt? Nach meine Erfahrungen, ja! Es führen ungefähr 10 bis 20 Prozent der Hundebisse zu einer Infektion, und das ist nicht mehr angenehm. Deshalb suchen Sie immer einen Arzt oder ein KKH auf, die sollen die Verletzung anschauen und beurteilen! Diese Fachleute reinigen die Wunde professionell und können abgebrochene Zähne, Dreck usw. entfernen. Dazu wird der Bisskanal operativ gereinigt und bleibt offen für eine gesunde Heilung (Nehmen Sie gleich Ihren Impfpass mit, damit man Ihren Tetanus-Schutz kontrolieren kann). Im Ausland, wo Tollwut noch weit verbreitet sein kann, sollten Sie sofort und unbedingt einen Arzt aufsuchen, da eine Tollwut-Infektion lebensbedrohlich sein kann! Wie kommt es eigentlich soweit das die Wunde sich entzündet?
abgezeichnete_Wade
Eine entzündete Wade,wobei zentral der kleiner Biss zu sehen ist, die Folgen sind schmerzhaft und verheerend!
Ein Hund hat in seinen Mundraum viele Bakterien, und diese können zu eine Infektion der Wunde führen. Vermeiden lässt sich das kaum, deshalb empfehlen wir auch hier einen Arzt aufzusuchen. Bei kleinere Abschürfungen kann man anfangs versuchen es selbst zu versorgen und zu desinfizieren. Dafür eignen sich Desinfektionslösungen & steriles Verbandsmaterial.
Verbandsmaterialien
Sterile und frische Verbandsmaterialien sind ein MUSS bei der Wundpflege!
Sollte in den folgenden Stunden die Biss-Stelle schmerzen, pochen, sehr warm werden und merken Sie einen Fieberanfall, ist spätestens dann der Moment gekommen sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Wenn die Wunde sich entzündet hat, schreibt der Arzt Ihnen Antibiotika vor - die zu Ende genommen werden muss- und dazu soll das Bein ruhen und hochgelagert werden. Es wird wahrscheinlich anschwillen und hier können Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung unterstützen. Krücken wirken hier stark entlastend.
Bein_gesamt
So wird das Bein gewickelt und gepflegt nachdem die Entzündung gereinigt und gepflegt ist. Antibiotika und Schmerzmittel sind Teil der tägliche Pflege geworden!
Sollte die Antibiotika-Therapie kaum Besserung bringen muss in extremen Fällen die Wunde komplett offen gelegt und mit stärkerer Antibiotika behandelt werden. Diese Behandlung erfolgt in der Regel intravenös im KKH über mehrere Tage. Durchschnittliche Anzahl Sterbefälle in Deutschland durch Hundebisse belaufen sich zwischen 1-6, jährlich. Nochmal in Kürze: Was zu tun bei einem Hundebiss? 1. Ruhe bewahren. 2. Halter suchen. 3. Fragen nach Tollwut-Impfung des Hundes. 4. Ab zum Arzt mit dem eigenen Impfpass. 5. Strafanzeige stellen. 6. Anwalt einschalten wegen Schmerzensgeld und Schadenersatz. Ich gehe hier nicht weiter auf die Schuldfrage ein, da im Grunde der Hundehalter verschuldensunabhängig für alle Schäden haftet, die sein Hund verursacht (—> die sog. Gefährdungshaftung). Auch die Diskussion über Leinenpflicht oder nicht, sehen wir als überflüssig, da die Zahlen für sich sprechen und mit einer Leine könnte viel Leid und Ärger vermieden werden. Wir wünschen dennoch jedem Sportler eine verletzungsfreie Saison, schaut bitte nochmal auf eure Impfungen und wenn es dann doch soweit sein sollte, wir drücken euch die Daumen!!